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Petra Bern: ESCAPICTORA

86 Fotografien von Petra Bern.

"Zäune, Zäune, Gitter, Tore, Türen, Mauern, Wände, überall stehen wir davor. Und was dahinter ist? Ein Kätzchen mal ganz am Rand, eine blühende Forsythie ganz am Rand, eine andere Katze im Schatten (obwohl 1 mm Kamerabewegung sie ins Licht hätte fassen lassen), eine Frau, die durch die Scheibe (Spiegel?) sich selbst darstellte und noch mal an einem Auto, die einzigen "Lebewesen" – doch wer fotografiert?: ein Lebewesen. Eine Frau. Hinten stellt sie sich dar. Lisa?

Der Geist stirbt nie, die Augen, die dies alles gesehen und weidergegeben haben, auch nicht. Lisa hat nun viele, viele, fast zuviele Zäune,  Zäune, Gitter, Mauern, Türe, Wände gesehen, Kondor, Kondor, die übergroße Trauer der beiden und zum Schluß zieht die schöne, überschöne Frau in Paris die Vorhänge im Zimmer dicht zu und weint die ganze Nacht. Dies Gemälde von Stifter kann ich fast auswendig, und wie der Künstler dort wird auch Lisa die Vorhänge eines Tags aufziehen und ernst-fröhlich mit weit ausgestreckten Armen hinter die Zäune, Zäune, Gitter und Mauern stürzen. Schau!: auf Seite 31 endlich ein Mensch! Schau ihn kniend an!"

Aus einem Brief von Christa Stiehm

Siehe auch von Petra Bern: Lisa und Ludwig (1992)

 

 
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