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Rachels & Blumen, Janik & Franzi , Laura & Nurse, Adele Anton: RITUELLE GEWALT, AUTISMUS UND MIND CONTROL – AUS UNSERER ERFAHRUNG

Neu im Dezember 2018

Vier Überlebende von Organisierter Ritueller Gewalt sind Autorinnen dieser Veröffentlichung, alle mit Dissoziativer Identitätsstruktur (DIS). Drei von ihnen zeigen dazu unterschiedliche Symptome der sogenannten Autismus-Spektrum-Störung. –
Das Grauen, dem Babys, Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene (meist Frauen) in ideologischen, satanistischen, germanofaschistischen oder sonstigen Gruppen mit Ritueller Gewalt, Zwangsprostitution, psychischer Konditionierung und anderen Formen des organisierten Verbrechens ausgeliefert sind, kann sprachlich nicht angemessen dargestellt werden. Derlei nicht nur zu überleben, sondern darüberhinaus zu einer Form von Heilung zu finden, gelingt allenfalls in vielen Jahren, begleitet von sachkundigen TherapeutInnen und unterstützt von zugewandten HelferInnen, FreundInnen, Angehörigen und (nicht zuletzt) engagierten MitarbeiterInnen von Behörden, Institutionen und Initiativen. Die meisten Überlebenden finden nur wenig von alledem.

Rachel hatte Glück (im Unglück). Seit 1993 gelang es ihr, vierzehnjährig, sich immerhin schriftlich über das seit frühester Kindheit erfahrene traumatische Leid zu äußern. Von Anfang an wurde ihr geglaubt. Der Zugriff von Tätern wurde unterbunden (1995). Rachel hat die verläßliche Unterstützung der Eltern, von TherapeutInnen/Ärzten, EinzelfallhelferInnen (Persönliche Assistenz) und anderen.

Um seelisch zu überleben, entwickelte das Kind Rachel eine Dissoziative Identitätsstruktur (DIS), wie die meisten Opfer von Organisierter Ritueller Gewalt. Jede der unterschiedlichen traumatischen Situationen konnte nur von einem weitestmöglich abgegrenzten (= abgespaltenen, dissoziierten) Bewußtsein (oder Ich) ausgehalten werden. Viele dieser als Überlebenform genuin entstandenen Ichs werden von Tätern in deren Interesse zu bestimmten Tätigkeiten und Verhaltensweisen konditioniert. Oft werden weitere dissoziative Abspaltungen durch gezielte Folter herbeigeführt. Diese haben nur wenig Bezug zu gesunden, allgemeinmenschlichen Empfindungen und Bedürfnissen; sie sind weitgehend oder vollständig orientiert an der Welt der Täterinteressen (inverse Programmierung, Mind Control). Bei Rachel kam diese untergründige Ebene der Mind Control in unserer Therapie erst ab 2014 unübersehbar zutage, – nachdem bereits seit 25 Jahren kein Täterkontakt mehr besteht. In diesem Zusammenhang entstand die vorliegende Publikation.

Rachel galt in den ersten Lebensjahren als "geistig behindert", später wurde Autismus diagnostiziert. Aufgrund der schweren "Verhaltensauffälligkeiten" lebte sie in diesen Jahren in einem Behindertenheim. Durch Gestützte Kommunikation (FC) wurde ab 1993 deutlich, daß sie nichts weniger als kognitiv beeinträchtigt ist. Als in Rachels FC Botschaften zunehmend Hinweise auf sexuelle Gewalt auftauchten – und in Zusammenhang damit die Namen von Lauras Angehörigen –, wurde erst dies zum Auslöser für die Erinnerungen der Mutter an ihre eigene traumatische Kindheit.
Im Zusammenhang mit der Arbeit am ersten Buch UNSER SIEG ÜBER DIE RITUELLE GEWALT (2012, ebenfalls hier bei A+C erschienen) entstand 2011 per Mail die weiter anhaltende online-Therapie mit Rachel & Co.

Im Jahr 2014 öffnete sich eine neue Tür zur Freiheit durch Rachels freundschaftlichen Austausch mit Janik & Franzi, einer ebenfalls autistischen und multiplen Überlebenden von Ritueller Gewalt und Mind Control. Rachels & blumen, Nurse (eine Teilpersönlichkeit der Mutter Laura) und (beratend) Janik & Franzi konnten ab jetzt zusammenarbeiten bei der Aufgabe, Mind Control-Programme im Alltag systematisch durch Gegenprogramme aufzulösen. –

Durch eine Auswahl von Mails zwischen Rachel & Co. und mir aus den Jahren 2011 – 2017/8 knüpft die neue Veröffentlichung an die damalige Dokumentation UNSER SIEG ÜBER DIE RITUELLE GEWALT an. Im Mittelpunkt stehen zwei Themen:

  • > Die Problematik der "inversen", also von den Tätern durch Folter erzwungenen dissoziativen Abspaltungen, die ausschließlich bestimmte Aufgaben im Tätersinn erfüllen sollen und zunächst kaum allgemeinschliche Bedürfnisse haben (Mind control), sowie
  • > Erfahrungen und Hypothesen über Zusammenhänge zwischen Ritueller Gewalt (einschließlich Mind Control) und unterschiedlichen Formen der Autismus-Spektrum-Störung (ASS).

Dazu konnte die nuancierte Abhandlung einer weiteren Überlebenden hinzugefügt werden: Adele Anton (Pseudonym) war täterorientiertes Opfer: eine sogenannte "Programmiererin" innerhalb eines multiplen Systems. Die Texte von Janik & Franzi und Adele Anton sind nicht nur Erfahrungsberichte, sondern darüber hinaus bedenkenswerte Diskussionsgrundlagen der Hypothese, daß autistische Symptomatik (im Zusammenhang mit Struktureller Dissoziation einerseits und Mind Control andererseits) eine schwere Form von Traumafolgestörung darstellen kann.

Mind Control, also inverse Programmierung, wird mittlerweile auch in einigen traumatherapeutischen Fachbüchern differenziert beschrieben. Noch immer wird die Realität solcher Leidensgeschichten von manchen Menschen bezweifelt. TherapeutInnen hätten den Überlebenden etwas eingeredet, heißt es dann gerne. In der vorliegenden Dokumentation ermöglichen uns die Autorinnen Rachels & blumen, Janik & Franzi und Adele Anton einen tiefen, auch emotionalen Einblick in die Realität von Opfern dieser teuflischen Zurichtung von Menschen. Deutlich wird, daß auch sie nicht nur "autistische Multiple" sind; keine Wesen der dritten Art, sondern Mitmenschen, deren Persönlichkeitsentfaltung aufgrund schrecklichster Lebens-bedingungen spezielle Prioritäten entwickeln mußte. Wir können von ihnen lernen, sie können von uns lernen – unser Menschsein verbindet uns. Liebe ist die größte Kraft!

[Aus der Einleitung des Herausgebers Mondrian v. Lüttichau)

Siehe auch die erste Veröffentlichung von Rachel & Co.

 
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