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Heidi schmidt: DAS AKROBATENBUCH

  (Herausgeber: mondrian v. lüttichau)                                                                                             

Heidi schmidt war eine originäre kreative stimme der feministischen kunst & literatur in der BRD. 1974/5 erschienen von ihr drei schmale bücher mit prosa, 1979 der hier wiederveröffentlichte band: szenen einer lebensgeschichte in aquarellen und zeichnungen.  

Heidi ging es darum, rollennormen und sozialisationsgrenzen, denen frauen unterworfen sind, im wirklichen leben sinnlich-emotional zu überschreiten, - selbstbestimmt erfahrungen zu machen, diese selbstbestimmt zu interpretieren und zu beschreiben. Dazu gehörte die zunehmende bewußtheit um eigene seelische verwundungen und entfremdungsformen, aber auch die abgrenzung von damals vorherrschenden ideologemen: "man sagt guck mal da kommt das politgroupie es ist noch nicht entschieden wer links ist und wer nicht ich bin nicht in der lage trennungen zu akzeptieren".

Heidi hatte bei all ihren individuellen nöten mehr autonomie, mehr revolutionäre lebendigkeit als viele der '68er-ideologInnen: "weil wir lügen sind wir unverständlich weil ein missverhältnis zwischen unseren ansprüchen von uns und uns als person besteht gibt es kompliziertheiten gibt es etwas zu verschweigen etwas 'uninteressantes' 'das private ist nicht so wichtig bei der politischen arbeit' aber ich kann doch nicht trennen ich will nicht trennen das würde mir den kopf zerreissen".

Die entfremdung im sozialen alltag und innerhalb der gesellschaftlichen strukturen hat seither zugenommen. Andererseits sind neue widerstandsformen entstanden, auch das bewußtsein über geschlechtsrollen und instrumentelle vernunft scheint im alltag angekommen zu sein. Heidi schmidts sinnlich-konkret dargestellte schrittweise bewußtwerdung der eigenen verinnerlichten entfremdung und deren korrespondenz mit der sozialen "normalität" hat an aktualität nicht verloren. Heidi war radikal - wenn auch kaum im sinne der damaligen linken gruppennormen. Ihre arbeiten kamen wohl 30 jahre zu früh.

Niemand scheint zu wissen, was aus heidi schmidt geworden ist. - - Ich mochte nicht hinnehmen, daß diese künstlerin und autorin ganz vergessen wird!

(Mit einem bibliografischen nachwort.)

 

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